Tilman Knop

"Oder umgekehrt"

29. April bis 27. Mai 2012

                                                
Eröffnung "Oder umgekehrt"                                                                                     

 

      Tilman Knop                                                     Andreas Welzenbach
 Tilman Knop   Andreas Welzenbach

 

   

Tilman Knop und  Andreas Welzenbach
Oder umgekehrt - Objekte, Bilder, Skulpturen

 


Wallhöfen.
Der Ausruf Martin Luthers, „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen fällen“, beschreibt eigentlich genau die Materialbeschaffung Andreas Welzenbachs. Holz, um es uns zeigen zu können. Das ist die Stammzelle seiner Skulpturen. Tilman Knop indessen hockt lieber hinter der Hecke und beobachtet Verkehrsunfälle in Sackgassen. Am Folgetag guckt er dann ins Wochenblatt, um zu sehen, was darüber geschrieben wurde, interessiert sich aber dann doch mehr für die Werbebeilage vom Möbelkonzern. Zwei Höhlenmaler, vor deren Flinte läuft, was sie erst vortags an die Wand geschmiert haben. Zwei Gesellen unserer Tage holzen und bildern drauf los, weil sie wissen: Optimismus ist die einzige Alternative. Morgen schon ans Gestern denken. Als kleine Vorfreude auf die Vergangenheit.

Schon wieder Zwei, die wir nicht verstehen. Egal.

Der Status quo muss immer wieder auf Neu erkannt werden. All dieses Investment auf Lungenzug, das Protzen als demokratischer Akt der Nächstenliebe (Vgl. Vom Trotzkisten zu Protzkisten), dieser ungeheure Hass auf Genauso-Denkende oder allein, wie heutzutage Kreuzfahrtschiffe lackiert sind. Das alles sind die Minen in der Ecke, in welcher keiner stehen möchte. Welzenbach und Knop erkennen, dass die Maschinen, auf denen Umweltservice draufsteht, immer größer werden. Jedenfalls ist auf beide Verlass. Wenn sie von Rasputin sprechen, dann meinen sie auch Rasputin und nicht etwa Rescue-Team. Bei ihnen dürfen Träume noch einen fliegen lassen. Stimmt nämlich der Schwung, dann erregt sich auch das Styling. Wie von selbst. Nur das schafft den Schein einer Befriedung durch Nie-wieder-6-Monate-Garantie für immer. Zwar hatten sie einst von ihrem Geld ein Foto gemacht, damit sie später alles von der Versicherung zurückbekommen. Sie werden jedoch schlussendlich einfach nur vor die Tür treten, sich mit Klopapier die Nutellareste vom Mund wischen und atmen - egal bei welchem Wetter - einmal tief durch und denken: „Frische Luft! Der Pups Gottes.“ Eine Wohltat. Denn ihre Kunstwerke sind auch zu kaufen.