Mirsad Herenda

"Enigmatische Falle"

14. September bis 12. Oktober 2014


 
         
       
Jakob Roepke
   Jakob Roepke   Mirsad Herenda


"Enigmatische Falle"

kd.kunst zeigt Jakob Roepke (Collagen) und Mirsad Herenda (Skulpturen)

Jakob Roepke, der in Berlin lebt, arbeitet seit 1996 an einer Serie kleinformatiger Bildtafeln. Anstoß zu dieser Serie gab die Entdeckung eines alten Buchs, welches er in einer verlassenen Villa im Taunus fand. Dieses Buch vom Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Titel “Methodische Körperstählung“ enthielt eine Anzahl verwaschener Schwarz-Weiß-Fotos von miteinander ringenden Männern und war die Grundidee zu seinem mittlerweile über 1500 Bildtafeln umfassenden Werk. Männliche Figuren stellen wie auf einer Bühne einzige Handlungsabläufe dar, ähnlich Momentaufnahmen, wie aus einer phantastischen Erzählung gerissen. Man sieht Szenen, deren thematische Spannbreite von der Darstellung banaler Alltagsgeschichten bis zu suggestiver Traumhaftigkeit reicht. Roepkes Bilder geben einen Einblick in die Facettenvielfalt des menschlichen Ichs, z.B. die Kämpfer und Dulder, Spieler, Beobachter, Erfinder und Visionäre. Die mit Tusche, Gouache und Papier gefertigten, 13 mal 12 Zentimeter großen Tafeln zeigen die Möglichkeit oder auch Unmöglichkeit des menschlichen Daseins.

Der Bildhauer Mirsad Herenda, der in Bremen lebt, versteht seine Kunst als Mittel, das Mysterium des Daseins zum zentralen Punkt seiner Betrachtung zu machen. Seine zum Teil sehr großen Skulpturen aus Eisen und Bronze sind von einer fast märchenhaften Leichtigkeit. Fabelwesen wie Einhörner oder Phantasievögel entführen den Betrachter in eine Traumwelt, die an die Welt unserer Ahnen erinnert. Kunst war immer auch ein Akt der Beschwörung und Kontaktaufnahme mit der geistigen Sphäre von Tieren. Herenda versteht sich in dieser Tradition und will so auf die Verbindung zu unseren Ahnen hinweisen. Der Künstler will uns daran erinnern, dass alle Geschöpfe dieser Welt, angefangen mit der ursprünglichsten Art, immer noch in uns, in unseren Zellen, lebendig sind und uns mit ihrer Erfahrung bereichern. Die Schöpfung ist eine unendliche Anreicherung von Lernprozessen, die sich in der Entwicklung der Arten widerspiegelt. Je deutlicher es jedem Einzelnen von uns wird, wie sehr wir mit allem Sein verbunden sind, desto eher werden wir uns unserer Rolle bewusst sein und uns als Teil des Ganzen verstehen.


Blick in eine frühere Ausstellung mit Arbeiten von Jakob Roepke

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