Michel Lamoller

"Maschen und Motive"

27. September bis 25. Oktober 2015


 

 

                           
Arbeit von Jürg Benninger
  Arbeit von Michel Lamoller

 

"Maschen und Motive"

Jürg Benninger und Michel Lamoller

 

Die Galerie kd.kunst zeigt Arbeiten der Künstler Jürg Benninger, Biel / Schweiz, und Michel Lamoller, Berlin. Die Eröffnung ist am Sonntag, 27. September 2015, 15 Uhr.

 

        
        Wolle statt Farbe, Häkelnadel statt Pinsel. Jürg Benninger arbeitet mit Wolle und häkelt Kunstwerke. Die Technik des Häkelns, so fremd sie auch erscheint, weist Ähnlichkeiten mit derjenigen des Zeichnens auf. Die Figuren von Jürg Benninger sind keine Kuscheltiere, auch wenn sie durch ihre Materialität und Farbigkeit zum Anfassen animieren. Sie sind raffiniert, durchtrieben und fantasievoll. Sie sind nicht einfach schrill und leuchtend, sondern verbreiten einen leisen Schauer. Beim Betrachten seiner hintergründigen Häkelwerke assoziiert man unausweichlich Gestalten, die man zu kennen vermeint, und das Schmunzeln bleibt im Halse stecken. Les bêtes heureuses stammen aus einer anderen Welt. Sie sind von absurder Komik beseelt und veritable Kunstwerke. Jürg Benninger arbeitet sehr spontan, oft ohne zu wissen wie seine Figuren am Ende in ihrer Dreidimensionalität aussehen werden. Sie funktionieren als Bilder und sind handwerklich von hoher Qualität.           

 

                  Michel Lamoller bewegt sich in seiner Arbeit an der Schnittstelle von Bild und Ding. Er schneidet, schichtet und montiert fotografische Arbeiten zu dreidimensionalen Skulpturen. Der Raumillusion des Bildes wird ein neuer, realer Raum hinzugefügt; ein neuer, hyper-realer Raum entsteht. Die Arbeiten werden in Kästen gerahmt an der Wand präsentiert und wirken als tiefe Bilder. Ein weiterer Zweig seiner Arbeit sind Fotografien dieser Schichtungen, die als selbstständige Arbeiten fungieren. Hier kommt bei der Raumthematik die zusätzliche Ebene der Verflachung hinzu: Raumillusion der Fotografie und dreidimensionaler Raum der geschichteten Skulptur verschmelzen in der Fotografie zu einer Einheit. Die durch die beschriebene Arbeitsweise entstehenden Ergebnisse werden von Lamoller als Layerscapes bezeichnet. Eine Erweiterung hierzu stellt die Serie 'Tautochronos' dar, griechisch für zeitgleich oder gleichzeitig. Dafür werden mehrere Fotos am gleichen Ort erstellt, und anschließend gedruckt, geschnitten und geschichtet. So vermischen sich Ort und anwesende Personen zu einer surrealen Einheit.